Altdorfer und Piranesi auf der Grossbaustelle<br><br>

Das ist wirklich kaum zu fassen: Ein undurchdringliches Gewirr von Stangen, Röhren und Platten breitet sich vor uns aus und öffnet sich in eine schier unendliche Weite, vor der uns schwindelt. Schrägen reissen unseren Blick jäh in die Höhe, in der auf leichtem Gestänge windschiefe Hütten balancieren. Weder die räumliche Ausdehnung noch der Reichtum an Details sind in Katrin Günthers monumentaler Zeichnung Zum Boden am See von 2015 zu fassen. (...)
Den ausgreifenden Schwung der phantastischen Konstruktionen sieht man nur aus einer grösseren Distanz; die Details hingegen nur aus der Nähe, wodurch sich der Blick im Formengewirr verliert und der Zug in die Raumtiefe umso dramatischer wird. Denn erst durch den Blick auf das Detail kann man die Grössenverhältnisse und damit die Erhabenheit der wilden Konstruktionen erkennen. So erklärt sich das Unbehagen mancher Betrachterinnen und Betrachter vor Günthers Zeichnungen. Denn sie werden plötzlich der unermesslichen Tiefe gewahr, in welche der Blick abstürzt oder der schieren Masse, die wie ein Damoklesschwert über ihnen hängt und angesichts der dynamischen Schwünge auf sie hinabzustürzen droht. Diese Merkmale, die konkurrenzierenden Sichtweisen oder den Eindruck von Gefährung und Erhabenheit, haben Günthers jüngste Werke mit Giovanni Battista Piranesis Carceri von 1745-50 gemein. 
(...) Ihre jüngsten Werke sind Bilder einer globalisierten, immer komplexer erscheinenden Welt mit ungeplant und unplanbar wuchernden Mega-Cities, deren Entwicklung bedrohlich und dynamisch zugleich wirkt. <br><br>

Heinz Stahlhut 
<br><br>Kunstmsueum Luzern 2016
246 Kb
Volum IV - In der Bauakademie Berlin <br><br>
mit Korinsky - Atelier für vertikale Flächen
und der HTWG Konstanz<br><br>

Volum ist ein künstlerisches Projekt ortsspezifischer, audiovisueller Inszenierungen historischer Räume, das 2017 in 4. Folge das Provisorium der Schinkelschen Bauakademie bespielt und den besonderen Ort erlebbar werden läßt. <br><br>

Fu&#776;r den Wiederaufbau der Bauakademie von Schinkel in der historischen Mitte Berlins neben der Baustelle des Berliner Stadtschlosses gab der Bund aktuell gru&#776;nes Licht. Sobald diese Brachfläche bebaut wird, werden aus offenen Möglichkeiten Tatsachen und eine heftige städtebauliche Debatte findet ihr Ende.
Seit inzwischen 13 Jahren umhu&#776;llt das Grundstu&#776;ck eine Fassadenattrappe als Platzhalter fu&#776;r Schinkels in den sechziger Jahren abgerissene Architekturikone. Im Inneren wuchert zwischen den Geru&#776;sten völlig unberu&#776;hrt wildes Gru&#776;n. Dieser verborgenen Fläche widmen wir Volum IV.
Es ist das Jetzt, das Zwischenstadium eines -Nicht mehr- und dem gleichzeitigen -Noch nicht- aber auch die besondere Situation der Abwesenheit von Architektur, die unserem ku&#776;nstlerischen Experiment zu Grunde liegt. Im Mittelpunkt steht dabei die Suche nach einem akustischen Äquivalent zu dieser ambivalenten Situation. Das Provisorische und Zufällige lässt Raum fu&#776;r ku&#776;nstlerische Interventionen.<br><br>
<br><br>
The Federal Government just gave the green light for the reconstruction of the Bauakademie by Schinkel. Once houses were built on the wasteland, chances become facts and years of heated debates about the urban development come to an end.
For now 13 years a dummy facade folds the ground built as a place holder for Schinkel?s architectural icon demolished in the 1960s. Within the scaffold untouched nature grows. Volum IV is dedicated to this secret primeval forest.
It is the present, the stadium between -not any longer- and -not yet- but also the special circumstances of an absence of architecture which the experimental installation is based on. The central idea is to create an acoustic equivalent for this ambivalent situation. The temporary and coincidental architecture asks for artistic interventions.
In 2014 the series Volum started at the Berliner Dom, has been presented at Kestnergesellschaft Hannover in 2015 and in the historical watertank in Berlin Prenzlauer Berg in 2016.
<br><br>

ERÖFFNUNG AM 1. JUNI 2017 UM 20.00 UHR
210 Kb
VOLUM III <br><br>
mit Korinsky - Atelier für vertikale Flächen<br><br>
und der HTWG Konstanz<br><br>

VOLUM ist eine ortsspezifische, audiovisuelle Inszenierung eines außergewöhnlichen und historisch imposanten Baudenkmals. <br><br>1852 sollte auf Befehl des Königs von Preußen die damals wohl schmutzigste Metropole Europas eine Wasserversorgung zur Reinigung der Straßen, zur Versorgung der Haushalte und der städtischen Löschbrunnen erhalten.
<br><br>
Die Leere des Speicherraumes, die kargen Klinkeroberflächen der gemauerten tunnelartigen Ringe, einer ungewöhnlichen und unerwarteten baulichen Geometrie lassen eine absolut außergewöhnliche Akustik entstehen. Licht und Klang fordern den Besucher heraus, sich seinen Weg durch die richtungslosen Tunnelringe zu bahnen. Neben dem klanglich - architektonischen Ansatz steht der inhaltliche Aspekt der _Aufladung eines Raumes_ durch seine historische Funktion im Vordergrund der künstlerischen Inszenierung. Beide treten in Korrespondenz und lassen den Besucher abtauchen in den gefüllten, historischen Wassertank. Während durch die Wasseroberfläche noch feine Sonnenstrahlen dringen und in goldenen Reflexionen an der Oberfläche flirren, gleitet der Besucher immer weiter in den Raum hinein vom Rauschen und Plätschern umgeben, davon gespült weiter hinab in die Dunkelheit eines klanglich gefüllten Volumens das nahezu allein leiblich erfahren wird und körperlich erspürt werden kann. An die Dunkelheit gewöhnen sich die Augen nur langsam. Es dauert bis Konturen und Umrisse des Raumes durch das reduzierte Licht sichtbar werden. Einsames Treiben in der Tiefe, schwache Lichtsignale, ein Echolot als einziges Zeichen im Raum lassen alle Orientierung verlieren, für den Raum und für die Zeit. Eine Begegnung mit sich selbst.
<br><br>
Die Architektur und das Auge führen eine bewährte Beziehung. Gebäude werden bewusst fast ausschließlich visuell wahrgenommen. Dass ein gebauter Raum aber immer auch einen akustischen Charakter hat, wird nicht selten vernachlässigt. 
VOLUM ist ein künstlerisches Projekt, welches mit einer Klanginstallation in der zentralen Predigtkirche des Berliner Dom 2014 startete, in der Kestnergesellschaft 2015 gastierte und nun im Wasserspeicher Berlin in einer experimentellen Arbeit die Wechselwirkung und das Zusammenspiel von Klang, Licht und Raum für den Besucher erfahrbar werden lässt. 
<br><br>
Es ist eine Zusammenarbeit der Klangkünstler Korinsky mit Katrin Günther, mit Studierenden der HTWG Konstanz und der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. 
Die Brüder Abel, Carlo und Max Korinsky präsentierten ihre künstlerischen Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Sehen und Hören inzwischen weltweit auf wichtigen Medienkunstfestivals wie der Experimenta Biennale Melbourne, der Ars Electronica Linz, dem ISEA Vancouver oder dem Werkleitz Festival in Halle. Sie erhielten internationale Kunstpreise.<br><br>
Gefördert vom Förderverein der BTU Cottbus-Senftenberg <br><br>
der Kulturinitiative Förderband e.V.<br><br>
NO DNA - we love robotics und<br><br>
WICHTENDAHL GALERIE BERLIN<br><br>
WATTEROTT electroniks<br><br>
FENIX Taschenlampen<br><br>
EXP Tech<br><br>
Fenix Taschenlampen<br><br>
Ledlenser<br><br>
ALUCOBOND
139 Kb
VOLUM add kestner<br><br>
mit Korinsky - Atelier für vertikale Flächen
und der HTWG Konstanz
<br><br>

Kestnergesellschaft Hannover<br><br>
BLIND DATE
mit der Installation von Rita Mc Bride<br><br>
Klanginstallation 9.12.2015 
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Die Architektur und das Auge - eine erprobte und bewährte Beziehung, die zweifelsohne ihre Berechtigung hat. Das Verhältnis von Architektur und Gehör jedoch findet weniger Beachtung. Aus diesem Grunde entstand die Zusammenarbeit mit den Klangkünstlern Atelier Korinsky und mit der HTWG Konstanz. Diese startete mit einer mehrmonatigen Arbeit und anschließenden 3-wöchigen Dauerinstallation im Berliner Dom 2014 im experimentellen Klangprojekt namens VOLUM.
Bei der weiterführenden Arbeit in der Kestnergesellschaft Hannover 2015 steht nun neben dem architektonisch-räumlichen Ansatz der inhaltliche Aspekt der _Aufladung eines Raumes_ durch eine künstlerische Arbeit, der ARENA von Rita McBride, im Vordergrund. Der Raum und seine Aufladung werden nicht mehr allein durch einen hineingesendeten Ton befragt, sondern sollen durch den Ton eine Auskunft geben. Dabei müssen die Klanginstallation und das Kunstwerk in Korrespondenz treten. Sie werden so durch eine unerwartete akustische Inszenierung ergänzt und sinnlich erweitert. Wissenschaft und Kunst treten dabei in einen Dialog und beeinflussen sich wechselseitig. Deutlich wird hier, dass Kunst keine zufällige Arbeit ist, sondern  dass wissenschaftliche Grundlagen, hier besonders Fragen zur akustischen Wahrnehmung, eine Rolle spielen.
238 Kb
Volum im Berliner Dom<br><br>
mit Korinsky - Atelier für vertikale Flächen
und der HTWG Konstanz
<br><br>

Volum ist ein Projekt in Zusammenarbeit mit Korinsky und dem Berliner Dom. Die experimentelle Arbeit mit KLANG-VOLUMEN-RAUM ermöglicht einen individuellen Zugang zu einem der repräsentativsten Bauwerke Berlins. Die besondere Geometrie und Atmosphäre des zentralen Predigtkirchraumes ließen sich über die Arbeit mit Klang und Ton ?erforschen? und im transformellen Prozess neu interpretieren. <br><br>

Die Architektur und das Auge - eine erprobte und bewährte Beziehung, die zweifelsohne ihre Berechtigung hat.
Das Verhältnis von Architektur und Gehör findet kaum Beachtung und fällt oft nur störend auf, z. B. wenn es
in einem Raum zu sehr hallt. Aus diesem Grund erörterten die Klangku&#776;nstler Abel, Carlo und Max Korinsky
im Bereich der ku&#776;nstlerischen Lehre von Prof. Katrin Gu&#776;nther im Rahmen des experimentellen Gestaltens mit
einer Gruppe von Architekturstudenten am Beispiel des Berliner Doms die besondere Wechselwirkung von Klang
und Raum. In einzelnen Sequenzen wurden unterschiedlichste akustische Beispiele untersucht, die die Wahrnehmung
der riesigen Predigtkirche beeinflussen. Die Beobachtungen mu&#776;ndeten in der Klanginstallation -Volum-, die im September der Öffentlichkeit
vorgestellt wurde. Die Vielzahl an aufgenommenen Klängen wurde zu einem klanglichen Bild verwoben,
das durch seinen Reichtum an Varianten dem Zuhörer einen reicheren, fremden und zugleich individuellen Eindruck
vom Berliner Dom vermittelte. Die sinnlich akustische Erfahrbarkeit des Doms ermöglichte dem Besucher
ein neues Bewusstsein fu&#776;r ein bekanntes Gebäude und den Studierenden eine Sensibilität fu&#776;r akustische Ästhetik
von Architektur.
Max Korinsky<br><br>

Volum auf der berlin art week 2014 und dem<br><br>
Summer of Sound 2014 Berlin<br><br>

Eröffnung am 18. September 20 Uhr<br><br>
18.09. - 06.10 2014
221 Kb
Révolte des Trous de Branche - Aufstand der Astlöcher, 2013<br><br>


Gesichtslose Blicke von Wesen, die im Holz gefangen sind und nachts in der Dunkelheit Schauder verursachen. Glühende Augen von Wesen, die befreit sein wollen.

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Signalorangefarbene Klebepunkte 
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Eine temporäre Installation aus der Reihe Parallele Räume
Artzetaz Saint Luc /CH 2013<br><br>
04.03. - 17.03.2013
361 Kb
Révolte des Tous de Branche - Aufstand der Astlöcher, 2013, 
Detail
374 Kb
Erinnerung an Omas Küche<br><br>

Ich bringe ein Bild an der Wand an, um die Wand dahinter 'zu vergessen', um durch das Bild hindurch in eine andere Welt zu blicken.
Die Arbeit, vermittelt hier zwischen realem heutigem, uns umgebenden Ort und einem Ort der Imagination, einem Ort der Vergangenheit. Durch die collagehaften Vermischungen von Material und Inhalt kommt es zum 'Auflösen der Wand`, zu Durchdringungen von real und nicht real.<br><br>

Entwurf 2012
293 Kb
communication in berlin and havanna 2010-2012<br><br>

ist ein künstlerisches interdisziplinäres Gemeinschaftsprojekt kubanischer und deutscher Künstlerinnen und Künstler, initiiert (2009) und geleitet von Katrin Günther und Teresa Casanueva.<br><br>
Die Auseinandersetzung mit den Problemen um Kommunikation und Verständigung vergleicht die Situation in Havanna mit der in Berlin. Die verschiedenen Aspekte werden einander gegenübergestellt und in einem künstlerischen Kontext bearbeitet.<br><br>

Die interdisziplinäre Arbeitsstruktur und die fachübergreifenden Themen ermöglichen die komplexe Betrachtung der Fragen zur aktuellen sozialen, kulturellen, technischen und künstlerischen Kommunikation, von der wissenschaftlichen Recherche bis hin zur künstlerischen Umsetzung. Dabei werden Forschungsergebnisse und Studien aus diesen Bereichen herangezogen und künstlerisch behandelt.<br><br>

KünstlerInnen<br><br>
Havanna:Teresa Sánchez Bravo, Inés Garrido, Javier Martinez, Alexeir Díaz Bravo<br><br>Berlin: Teresa Casanueva, Katrin Günther, Thomas Michel<br><br>
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Ausstellungen-Projektpräsentationen-Vorträge<br><br>
2010 Berlin SHORT art PROJEKTE Schiffbauerdamm<br><br>
2011 Havanna Centro de Desarrollo de las Artes Visuales <br><br>
2012 Berlin Kunstquartier Bethanien<br><br>
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Veröffentlichungen/Katalog<br><br>
Verlag Art in Flow, Berlin 2010 'SHORT art PROJEKTE', farb. Abb., (dt./span.) Autoren: Katrin Günther, Teresa Casanueva, Thomas Michel ISBN 13 : 978-3-938457-07-8
162 Kb
Dass zum Zwecke 2011<br><br>

Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus<br><br>

Zeichnung 4.30x11.20m <br><br>
Tusche auf Leinwand, Kohle auf Wandputz<br><br>
390 Kb
STIFTUNG LUDWIG KUBA 2011<br><br>
GROSSFORMATIGE GESPRÄCHE<br><br>
Zeichnung 210x240cm<br><br>

Zusammenarbeit mit Teresa Casanueva <br><br>

Die GROSSFORMATIGEN GESPRÄCHE sind zeichnerische Auseinandersetzungen, die sich mit den Fragen der Kommunikation im künstlerischen Kontext, vorrangig in Form interaktiver Schaffensprozesse beschäftigen. 
Das Medium der Zeichnung ermöglicht dabei eine Arbeits- und Darstellungsweise, die reduziert auf das Wesentlichste - nämlich den Zeichenstift und das Papier - die komplette Konzentration auf das Geschehen innerhalb des Formates richtet.
Wechselweise oder gleichzeitig wird gearbeitet. Es entsteht ein Frage- und Antwortspiel, ein Dialog, der sich durch das Anlegen von Linien, Schraffuren, Konturen und Formen stetig aufbaut und neu erfindet, der weder eine Treffsicherheit in der Frage noch in der Antwort bietet. Auf zeichnerische Bemerkungen, ähnlich wie in einem Gespräch, in welchem die Gesprächspartner aufeinander reagieren, aber nicht zwangsweise aufeinander eingehen, werden spontane Ideen und damit  Zusammenhänge entwickelt.

_Großformatige Gespräche_<br><br>
die sich mit dem Experimentierfeld Zeichnung und Kommunikation beschäftigen<br><br>
Fundacíon Ludwig de Cuba 11.2011
306 Kb
Erdung und Dichtung, 2011<br><br>

Die Werkreihe -Erdung und Dichtung- beinhaltet ca. 40 Arbeiten, die im Siebdruckverfahren an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus umgesetzt wurden.<br><br>

Vorlage für diese Drucke sind Skizzen im praktischen faxgerätfähigen Format DIN A 4, wie sie im Planungs- und Ausführungsablauf auf Baustellen angefertigt und genutzt wurden. 
Mit Hilfe dieser Skizzen konnten technische Informationen zwischen Architekten, Bauherren, Handwerkern und Firmen, Fachplanern und Behörden zusammentragen, zusammengefaßt, kommuniziert, abgestimmt und auch protokolliert werden. 
Im Verlauf vervollständigten sich die Blätter zu unmittelbaren Informationsträgern und Ausführungsgrundlagen.<br><br>
<br><br>


Katrin Günther<br><br>
Erdung und Dichtung<br><br>
Skizzen aus der oberkünstlerischen Bauleitung<br><br>
künstlerische Druckgrafik 2010<br><br>

1. Auflage: 30 Exemplare<br><br>
ISBN: 13 978-3-9811040-7-3<br><br>
Katalog 2011
87 Kb
Alice im Wunderland<br><br>
Ein interdisziplinäres Hochschulkooperationsprojekt<br><br>


Ein Semester lang haben Studierende der Architektur und Stadtplanung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und der Sozialen Kulturarbeit der Alice Salomon Hochschule Berlin gemeinsam daran gearbeitet, Alice aus ihrem Wunderland ins Zentrum des letzten in den 80er und 90er Jahren in Plattenbauweise gebauten Berliner Bezirks Hellersdorf zu beamen.<br><br>

Ein solches Projekt ist voraussetzungsvoll: Bürokratische Rahmenbedingungen wie Studien- oder Kapazitätsverordnungen, aber auch gehütete Grenzen wissenschaftlicher Disziplinen lassen solche experimentellen Pflänzchen schon mal schnell im Keim vertrocknen. Zudem ist ein so vorgeschlagenes Crossover zwischen Kunst auf der einen und Wissenschaft auf der anderen Seite auf die Öffnung von Wahrnehmung, Kreativität und Experiment angewiesen. Das weckt Unsicherheit und Zweifel - auch bei Studierenden.[...].<br><br>
Den beteiligten Studierenden bot das Seminar in interdisziplinären Projekten Gelegenheit ihre Theorie- und Praxiskompetenzen zu erweitern. Mit Mitteln künstlerisch gestaltender und sozialer Kulturarbeit können Alltagserfahrungen für Bildungsprozesse geöffnet, Routinen wahrgenommen und Umdeutungen im realen Raum ausprobiert werden. So entstehen Freiräume für Visionen. Und genau diese Prozesse und Erfahrungen waren es, die im wechselseitigen Austausch und in teils großen Maßstabssprüngen auf ganz konkrete Fragen der Gestaltung von Lebensraum trafen. Dabei standen immer im Fokus: Welche Rolle spielen die Menschen in diesem Gefüge?<br><br>

Die beiden Gruppen haben in gemischten Teams den Raum um den Alice Salomon Platz genau untersucht: Wie wird er genutzt, welche Möglichkeiten bietet er, wie wirkt das, was dort gebaut ist, vielleicht auch das, was dort möglicherweise fehlt? 
In ihrer Reflexion zum Abschluss des Seminars schreibt dazu Nada Bretfeld (ASH): 'Die Helle Mitte ist ein geplanter, hochfunktionaler Raum. ...In der Eindeutigkeit dieser Raumstruktur liegen wirkungsvolle Botschaften: spaziere nicht, sondern durchquere; begegne nicht deiner Umgebung, sondern mache Erledigungen; ... Verordnete Bedürfnisse finden definierte Antworten. ... Die wenigen Zwischen- oder Freiräume scheinen unsichtbar.' Zu ihrem persönlichen Lernprozess schreibt sie weiter: 'Interessant war es, festzustellen, dass ich ebenso von der planvollen und zielstrebenden Strukturierung der Hellen Mitte beeinflusst bin wie alle anderen. Es fiel mir schwer, eine freie, nicht zielführende Perspektive einzunehmen... . Ein Kunstprojekt kann nicht einfach nur ein Kunstprojekt - ohne geplanten Zweck sein.'<br><br>

Aus den Beobachtungen im städtischen Raum, aus Begegnungen mit Anwohnern und der Analyse der räumlichen Ordnungen wurden 'Portraits des Ortes' entwickelt.  Es wurden ganz unterschiedliche Sichtweisen gewählt. Dabei entstanden sieben Projekte, die als Installationen und Objekte zum Austausch darüber anregten, wie der 'Organismus' der Hellen Mitte wirkt und was unterschiedliche Nutzer und Nutzerinnen sich für sie wünschen könnten. Zum Rundgang kamen viele Interessierte, um sich die entstandenen künstlerischen Objekte anzusehen und aktiv mit zu erleben.<br><br>
Allen Projekten ist gemeinsam, dass sie den Betrachter für einen kurzen Moment in eine andere Welt eintauchen ließen.
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Katrin Günther und Ulrike Hemberger<br><br>


Alice-Salomon-Hochschule Berlin<br><br>
Soziale Kultur- und Bildungsarbeit<br><br> 
Brandenburgische Technische Universität Cottbus<br><br>
Fakultät für Architektur, Bauingenieurwesen und Stadtplanung<br><br>

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Katalog: ISBN 978 - 3 - 9814236 - 1 ? 7<br><br>
Titelbild: Elise Phillips/BTU Cottbus
122 Kb
The Voice of Brandenburg Beauty 2012<br><br>

Künstlerischer Wettbewerb für den Innenhof des Neuen Potsdamer Landtages mit Jan Konschel.
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Bronzeplastik und Klanginstallation mit Livegeräuschen aus Brandenburgischen Einrichtungen
319 Kb
The Voice of Brandenburg Beauty 2012<br><br>

Künstlerischer Wettbewerb für den Innenhof des Neuen Potsdamer Landtages mit Jan Konschel.
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Bronzeplastik und Klanginstallation mit Livegeräuschen aus Brandenburgischen Einrichtungen
176 Kb
'Hand aufgelegt!', 2010<br><br>

Die Fotografien aus der Reihe 'Hand aufgelegt' sind Bestandteil des Gemeinschaftsprojektes mit dem Titel:'communication in berlin und havanna'.
<br><br>
An diesem Projekt arbeiten seit 2009 deutsche und kubanische Künstler in interdisziplinären Strukturen zusammen. Die Auseinandersetzung mit den Problemen der Kommunikation und Verständigung vergleicht die Situation in Havanna mit der in Berlin. Diese werden einander gegenübergestellt und in einem künstlerischen Zusammenhang bearbeitet.
<br><br>
Grundlage dieser Reihe sind bereits vorliegende Skizzen und Zeichnungen, die unscheinbare alltägliche Situationen beschreiben. Das Besondere der Arbeiten ist die Art der Ausführung der Interventionen, wie sie in den Bildraum der Skizzen erfolgen. Sie werden 'per Hand' vorgenommen und sind im wahrsten Sinne des Wortes 'ein Eingriff'.
<br><br>
Diese Eingriffe ergänzen die dargestellten Situationen oder stellen deren Inhalte in einem neuen Zusammenhang dar.
<br><br>
Erzeugt wird ein inhaltliches Zwiegespräch zwischen den einander eigentlich fremden Medien der Collage. Die beiden Bedeutungsebenen von Zeichnung und Hand gehen eine ungewöhnliche symbiotische Beziehung ein, werden miteinander verwoben und ergeben eine neue Aussage.
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AZIMUT, 30x42cm, Tusche auf Papier, 2010
124 Kb
Ein Griff mit der Hand in die Welt<br><br>
Katrin Günther erschafft strenge Architekturen aber auch anekdotische Zeichnungen<br><br>
Von Richard Rabensaat<br><br>
Selbst im Zeitalter der Digitalisierung ist Kunst noch immer Handarbeit. Mit kleinteiliger Schraffur, raffiniert konstruierten Perspektiven und faszinierendem Sog in die Tiefe des Bildes hinein verblüffen die Panorama-Zeichnungen, die Katrin Günther im Dieselkraftwerk Cottbus zeigt. Die utopischen Räume greifen über die Leinwand hinaus, auf den Raum zu und ziehen den Betrachter unweigerlich in das Bild hinein. Das Arrangement macht aus den von Hand gezeichneten Architekturen Rauminstallationen. Obwohl nicht dreidimensional erheben sich die Konstruktionen dennoch mit einer Plastizität, die von der genauen Kenntnis der Zeichnerin in Bezug auf Konstruktion und technische Zeichnung zeugt. 
Katrin Günther überzeugt durch den detailliert ausformulierten Illusionismus ihrer gezeichneten Räume. Unbelebte Architektur und der unbehauste Mensch sind ihr Thema. Geisterhaft entleerte Räume und desperate Figurendarstellungen finden sich als künstlerische Position ebenfalls bei Richard Oelze, bei Stefan Hoenerloh und gelegentlich bei Heiner Altmeppen, soweit ersichtlich gegenwärtig allerdings allenfalls noch bei einer weiteren Frau, Julie Mehretu, die kürzlich in der Deutschen Guggenheim in Berlin ihre großformatigen Bilder zeigte. 
Anders als Julie Mehretu hat Katrin Günther ihre großformatigen Zeichnungen Strich für Strich selber gezeichnet. Wo Mehretu ihre ausgreifenden Panels durch tachistisch anmutende Elemente mit Cy Twombly Einschlag auflockert, baut die ausgebildete Architektin Günther verschachtelte Welten aus Kuben, utopischen Hauskonstruktionen und staksig stilisierter Flora, die den Blick des Betrachters unmittelbar fesselt. Die Gründlichkeit und Detailverliebtheit mit der die Werke der beiden Künstlerinnen entstehen, entsprechen sich. Nicht auf dem intuitiven, frei schwingenden Strich liegt der Fokus, sondern auf der genau kalkulierbaren Verwendung des Zeichenstiftes. 

Die Wichtigkeit des zeichnerischen Handwerks und die Bedeutung der handwerklichen Erschaffung des Bildes oder der Zeichnung unterstreicht Günther auch in ihrem Katalog. _Hand aufgelegt ! ? ein experimenteller Diskurs_, titelt die Künstlerin. Sie zeigt eine Reihe kleinformatiger Zeichnungen von Personendarstellungen, bei denen es sich erstaunlicherweise (fast) ausschließlich um Männer handelt. Sie sitzen an Kaffee- oder Kneipentischen, stehen in Warteschlangen oder auf Ski-Pisten. Häufig sind es Anzugträger. Trotz ihrer gelegentlich individualisierten Gesichtszüge wirken sie wie Produkte einer gleich machenden industrialisierten Arbeitswelt, die kleine Fluchten nur innerhalb der vorgegebenen Norm zulässt. Auch in Gruppen erscheinen die scharfkantig gezeichneten Protagonisten vereinzelt und einsam, nicht anders als die _Nighthawks_ von Edward Hopper, die gemeinsam an der Bartheke sitzend ebenfalls nicht zueinander finden. 
Von außen jedoch greift eine große Hand in die schwarz-weiß gezeichnete Welt von Katrin Günther ein. Sie nimmt Maß, entzündet den daumengroßen Protagonisten ein Streichholz in der Dunkelheit, deutet ihnen den Weg in der Warteschlange. Es entsteht ein Dialog zwischen der riesigen Hand von außen und der Zeichnung, beide finden im Foto zusammen. Es ist, als würde ein _deus extrinsecus_ eingreifen und die gezeichnete Schwarz-weiß Welt aufreißen, behüten oder verschieben wollen. So bekommen die Zeichnungen auch eine anekdotische Komponente. Durch die eingefügte Geste stellt Günther aber auch eine Verbindung her zu vielfachen Darstellung von Händen in der Kunstgeschichte. 
Das wohl bekannteste Bild des menschlichen Greifwerkzeuges findet sich mit Dürers Zeichnung der _betenden Hände_, die sich in Stein gemeißelt nach 500 Jahren auf dem Grabstein von Andy Warhol wieder finden und so unverdient, aber endgültig, im Kitsch versunken sind. Auch zahlreiche andere Künstler haben das Bedeutungsspektrum, das durch die menschliche Geste eröffnet werden kann, erkannt. 
Dieser denkbaren Bedeutungen bedient sich auch Günther, wenn sie eine von oben kommende Hand über einer Tischgruppe fotografisch festhält. Es könnte die schützende Hand sein, die abschirmt. Zugleich aber wohnt der Szenerie ein Maß nehmen inne. Dieses Element der Vermessung findet sich auch in einer anderen Zeichnung, bei der eine große Hand die Figur umgreift und den Anzugträger so noch winziger macht, als er sich wahrscheinlich ohnehin schon fühlt. 
Zwei Männern, die vor einer schwarzen Wand stehen, reißt eine beringte Hand eben dieses Schwarz auf. Schatten lassen vermuten, dass sich die Wand öffnet, Licht herein dringt. Ob dies die beiden wenig euphorischen Gestalten zu beflügeln vermag, sei dahin gestellt. 
Ebenso wie der Künstler Ingo Gerken lotet auch Günther aus, welche Darstellungs-möglichkeiten und Bedeutungsebenen sich aus der perspektivischen Spannung zwischen der in realistischer Größe abgebildeten Hand und der illusorischen, viel kleineren Zeichnung ergeben. Das ist möglich, weil die menschliche Hand im evolutionären Gefüge eine Besonderheit darstellt. Sie ist weniger spezialisiert ist als beispielsweise die Klauen oder Hufe eines Tieres und eröffnet dem Menschen einen erheblichen Handlungsspielraum. 
Die Brailleschrift für Blinde verbindet Elemente des Tastens und Greifens mit denen des Sehens und Verstehens. Von Hand gespielte Musikinstrumente berühren über die bloße Mechanik der Tonerzeugung hinaus menschliches Gemüt. Weltrekorde im Fingerhakeln, bei denen mit einem einzigen Finger ein LKW von 13 Tonnen Gewicht in zehn Sekunden drei Meter weit gezogen wird, machen deutlich, dass die sinnlose Kraftentfaltung des menschlichen Greifwerkzeuges im Spiel nicht hinter der Energie tierischer Zweckgerichtetheit beim Beutefang zurück stecken muss.<br><br>
<br><br>

_Hand aufgelegt_<br><br>
Text: Richard Rabensaat
Fotografien: Irina Hoppe
98 Kb
Ausstellung im Wendischen Museum Cottbus<br><br>
wum&#283;&#322;ske jajo - art EI,  2011<br><br> 
zwischen Tradition und Moderne<br><br>
kuratiert von Christina Kliem<br><br>
wum&#283;&#322;ske JAJO - pó nowej a starej wasni<br><br>
Sigmund und Horst Joosten wurden 1963 als zweieiige Zwillinge der Eheleute Hilde und Heinz Joosten in Cottbus bei Peitz geboren. Nach dem erfolgreichen Abschluß der Jugendsportschule in Cottbus absolvierten die beiden eine Berufsausbildung als Karpfenfischer beim VEB _Frischer Fang_ in Peitz. Sigmund zog es anschließend zum Studium der Tauchwissenschaften nach Greifwald, während Bruder Horst heiratete und seinen Meisterabschluß im Fischereiwesen erwarb. Seit 5 Jahren arbeiten die Brüder in Peitz und gründeten 2009 ein eigenes Unternehmen _Freie Karpfentaucher GbR_. Die Idee zum Bau der Zwillingshäuser entstand im Februar 2008. Inspiriert von der Form der historischen Taucherglocke entschlossen sich die Brüder für eine besondere Wohnform und zu einer speziellen Architektur. In enger Zusammenarbeit mit den Architekten und Ingenieuren der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus entwickelten sie in 2 Jahren ein Konzept zur Umsetzung der _Taucherhäuser Joosten_. Dabei spielten alternative Wohnformen im Zusammenspiel mit technischen Neuerungen eine entscheidende Rolle. Unter Anwendung spezieller Leichtbauweisen und der neuen Forschungsergebnisse im Bereich der Energietechnik konnten so in kurzer Zeit herausragende Ergebnisse entwickelt und neue Erkenntnisse gewonnen werden.
Am 11. März 2011 bezogen Sigmund und Suse Joosten samt deren Schwiegermutter sowie die 5 köpfige Familie von Horst Joosten die Zwillingshäuser am Rand der Peitzer Teiche.
193 Kb
Ausstellung im Wendischen Museum Cottbus<br><br>
wum&#283;&#322;ske jajo - art EI,  2011<br><br> 
zwischen Tradition und Moderne<br><br>
kuratiert von Christina Kliem<br><br>
wum&#283;&#322;ske JAJO - pó nowej a starej wasni<br><br>
Sigmund und Horst Joosten wurden 1963 als zweieiige Zwillinge der Eheleute Hilde und Heinz Joosten in Cottbus bei Peitz geboren. Nach dem erfolgreichen Abschluß der Jugendsportschule in Cottbus absolvierten die beiden eine Berufsausbildung als Karpfenfischer beim VEB _Frischer Fang_ in Peitz. Sigmund zog es anschließend zum Studium der Tauchwissenschaften nach Greifwald, während Bruder Horst heiratete und seinen Meisterabschluß im Fischereiwesen erwarb. Seit 5 Jahren arbeiten die Brüder in Peitz und gründeten 2009 ein eigenes Unternehmen _Freie Karpfentaucher GbR_. Die Idee zum Bau der Zwillingshäuser entstand im Februar 2008. Inspiriert von der Form der historischen Taucherglocke entschlossen sich die Brüder für eine besondere Wohnform und zu einer speziellen Architektur. In enger Zusammenarbeit mit den Architekten und Ingenieuren der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus entwickelten sie in 2 Jahren ein Konzept zur Umsetzung der _Taucherhäuser Joosten_. Dabei spielten alternative Wohnformen im Zusammenspiel mit technischen Neuerungen eine entscheidende Rolle. Unter Anwendung spezieller Leichtbauweisen und der neuen Forschungsergebnisse im Bereich der Energietechnik konnten so in kurzer Zeit herausragende Ergebnisse entwickelt und neue Erkenntnisse gewonnen werden.
Am 11. März 2011 bezogen Sigmund und Suse Joosten samt deren Schwiegermutter sowie die 5 köpfige Familie von Horst Joosten die Zwillingshäuser am Rand der Peitzer Teiche.
256 Kb
SHORT art PROJEKTE<br><br>

ist ein Zusammenschluss von Künstlern, die in interdisziplinären Strukturen verschiedene Projekte bearbeiten.
Gegründet 2006 von Katrin Günther und Heike Knobloch als 'SHORT art VOLUME' im 'Café Clara 90' Berlin, diente das Projekt als eine Plattform, die Künstler zur Präsentation ihrer Werke nutzen konnten.<br><br>

Auswahl Ausstellungen und Projekte:<br><br>

13.-14.10.2006 - Hardy Kuttner - Malerei, Grafik, Plastik<br><br>

20.-21.10.2006 - Mike Heinz Böttcher  - Geometrie in Farbe<br><br>

15.-20.12.2006
Ana I. Alonso de la Varga, Renè Cadena Ayala, Hanna Dierks, Christiane Dietzsch, Katrin Dobbrick, 
Christopf Engelhard, Hans Gustat, Doris Junker, Sebastian Köpcke, Volker Weinhold, Hardy Kuttner, Jörg Michel, 
Katharina Müller, Conrad Panzner, Stomen, Yvonne Wahl, Isolde Sascha Walk                                          
Malerei, Skulptur, Fotografie, Installation, Grafik<br><br>

13.-15.04.2007 - Ralf Schuster, Susanne Haun, Raymund Unger,
Laudatio Georg Ansas Otto, Schauspieler und Architekt<br><br>

Thies of Kinship  - 04.-14.05.2007                                                                                         Charlotte Brüel und Alex Brüel-Flagstad, Dänemark
Laudatio und Konzeption Agnes Obel, Dänemark<br><br>

Discowäldchen  - 16.-22.06.2007                                                                                           Johanna von den Driesch, Pablo Fernàndez Zapata, Christof Knäbich, Stephanie Schubert, Ulrike Nikutowski,
Mathias Melchert, Conrad Panzner
Meisterschüler der UDK Berlin und der Kunsthochschule Weißensee Berlin
Malerei, Grafik, Objekt und Multimedia<br><br>

Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund - 31.01-13.02.2008  
Studentische Arbeiten BTU Cottbus
und künstlerische Arbeiten der Mitarbeiter des Lehrstuhles Zeichnen und Malen
Laudatio Dr. Jochen Bethkenhagen
Prof. Dr.- Ing. Mathias Koziol, Vizepräsident der BTU Cottbus
Roland Rust, Direktor des FILMFESTIVAL Cottbus<br><br>

05 Berliner Kunstsalon - 31.10.-03.11.2008                                                                                 Ute Siebert, Christine Keruth, Tine Sophie Bloess, Justus Kutz, Frank Neye
Malerei, Grafik, Installation, Fotografie<br><br>

Das KUNST ein Objektwettbwerb September 2007                                                                        Die Jury: Ulrich Müller, Architektur Galerie Berlin, M. Bösche Künstler, Berlin, Manfred Heinze, Künstler, Berlin, Heike Knobloch<br><br>

12. Kunst- und Kulturfestival  - 48 Stunden Neukölln                                                         communication in berlin and havanna  25.-27.06.2010<br><br>

07 Berliner Kunstsalon - 05.10.-10.10.2010                                                                               Sarah Dudley, Teresa Casanueva, Ronald Koltermann, 
Katrin Günther, J. Polak, Thomas Michel<br><br>

SHORT art PROJEKTE Berlin - Du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht!               
30.04-02.05.2011                                                                                                                Sarah Dudley, Ralf Schuster, Teresa Casanueva, Katrin Günther, Thomas Michel<br><br>

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Projekt:<br><br>
communication in berlin and havanna 2010-2012<br><br>
Teresa Sánchez Bravo, Inés Garrido, Javier Martinez, Alexeir Díaz Bravo,
Teresa Casanueva, Katrin Günther, Thomas Michel, Sebastian Neeb
<br><br>

im Centro de Desarrollo de las Artes Visuales Habana, Cuba  25.11.-23.12.2011<br><br>                                    
im Projektraum Bethanien Kreuzberg Berlin 18.09.-28.09.2012
286 Kb
Tim Emisch, (10 Jahre)<br><br>

Die Kräfte der Geheimnisse <br><br>

Kinder schreiben für Kinder<br><br>

Der Autor: <br><br>
Ich habe gerade die vierte Klasse hinter mich gebracht. Es sind Sommerferien.
Auch im nächsten Schuljahr darf ich im Deutschunterricht wieder ein Buch vorstellen. Deshalb habe ich in den wenigen freien Tagen mein eigenes Buch geschrieben.<br><br>
Meine Gedanken, Träume und Vorstellungen haben mich inspiriert, eine Geschichte über zukünftige Abenteuer eines Jungen zu schreiben. Der kleine Junge 'Shine' und sein Kampf gegen das Böse, die Ganaronen, soll uns in den nächsten Kapiteln begleiten.<br><br>

Verlagsgruppe Holtzbrinck<br><br>
ISBN: 9783844230321<br><br>

Softcover | DIN A5 hoch | 40 Seiten farbig | Preis: 12,95 Euro 
Deutsch | Altersempfehlung: ab 6 Jahren |<br><br>
 
Illustrationen von Katrin Günther  <br><br>


http://www.epubli.de/shop/buch/Kräfte-der-Geheimnisse-Tim-Emisch-9783844230321/18139
311 Kb
Rochade - urban switch, 2010-2012<br><br>

Eine Zusammenarbeit mit Konstanze Noack, Berlin (www.urban-space-exploration.de) und Joseph Rustom, Beirut.<br><br>

Ausstellungbeitrag für »Realstadt« Wünsche für die Wirklichkeit, 2.10.-28.11.2010 im Kraftwerk Mitte, Berlin, Kuratoren Martin Heller, Angelika Fitz, Tristan Zobler<br><br>


Was ist Stadt? Was für eine Geschichte erzählt sie uns? Was zieht die Menschen in die Stadt, was verbindet sie mit ihr? Das Spezifische einer Stadt ist ihr öffentlicher Raum. In ihm vermittelt ?Stadt? zwischen der Sphäre des Privaten und der des Gesellschaftlichen. Er ist der Raum der Begegnung, des Austauschs, der Kommunikation, der Repräsentation und der Äußerung, der vielfältigen Lebensweisen nebeneinander und als morphologischer Raum die Überlagerung von Zeit und geschichtlichen Ereignissen. Der städtische Raum ist die wechselseitige Bedingtheit von physischem, gesellschaftlichem und subjektiv-erlebtem Raum. Letztendlich ist er e i n Raum des Alltags, in dem wir diese verschiedenen Räume erleben, benutzen, interpretieren und uns aneignen.<br><br>

Mit dem Projekt -Rochade-urban switch- wollen wir die Wahrnehmung dessen, was der Raum der Stadt an Bedeutung transportiert, schärfen. Ein Raum hat eine Geschichte und eine Identität, ist real, fiktiv, authentisch, imaginativ und mit Assoziationen belegt. Der öffentliche Raum ist stets politischer Raum, indem er die Haltung einer (Stadt-)Gesellschaft zu bestimmten Themen räumlich widerspiegelt. Jede Stadt ist anders. Wie entsteht eine bestimmte stadträumliche Atmosphäre? In welche Stimmung versetzt uns diese spezifische Funktion des Raums? Berlin ist Hauptstadt, größte Stadt Deutschlands, nach dem Krieg modern und autogerecht wieder aufgebaut und ehemals geteilt. D.h., der öffentliche Raum ist Raum der Repräsentation und des Gedenkens, der Erinnerung an die Geschichte, der Akkumulation von Wissen in den Museen und Universitäten, Raum verschiedener Religionen und Lebensweisen, des Konsums, des gemeinsamen und überregionalen Events, der Verkehrsbrachen und der stetigen Veränderung ihrer Quartiere mit Segregations- und Gentrifizierungstendenzen. Diese Kriterien spiegeln sich im öffentlichen Raum als Wünsche, Sehnsüchte, Erwartungen und Problematiken wider. Wir haben diese Orte der Stadt Berlin untersucht, die letztendlich alle Teil des öffentlichen Raum und des Alltags sind und wie bei der Rochade des Schachspiels den -Turm und den König- getauscht, wodurch verblüffende neue räumliche Wirkungen entstehen. Konstanze Noack
304 Kb
Der bergbauliche Abbau an der Erdoberfläche, das Durchbrechen der Erdkruste, das Hineinbohren in die tiefsten Schichten ist eine Thematik, mit der sich Katrin Günther seit 1993 intensiv auseinandersetzt. Ihre großformatigen Arbeiten auf Leinwand und die sensiblen Grafiken haben ein Leitmotiv: der Kampf und die Spannungen zwischen Architektur und Raum. Städtische und abstrakte Räume erscheinen als fremde und unbekannte Realität. Fragmente der Architektur und ungewöhnliche Blickwinkel eröffnen neue Bildräume, in denen sich Alltägliches mit Unbekanntem faszinierend vermischen. Katrin Günthers Landschaften gebärden sich in den vielfältigen Facetten der Natur als bizarre Akteure. [...] Die Phantasie der Künstlerin wird nur durch ihren registrierenden, kartografischen Blick gezügelt, der die Oberfläche der Erde exakt festhält, jedoch auch visionäre Erscheinungen zulässt, um damit Spielraum für Interpretationen freizuhalten. Katrin Günther benutzt die Verfremdung, um mit bestechender Konsequenz einen vermeintlichen Realismus als Täuschung zu enttarnen.<br><br>

Dr. Oppelt, Ulrike: günther. kollektion tagebau. auszüge aus einer werkreihe, Berlin 2008

Katalog zur Ausstellung: 25. Okt. bis 15. Nov. 2008, Galerie Frenhofer
Datierung: 1. Aufl. 10.10.2008
Einbandart: Paperback
Seitenzahl: 32 S. mit farb. Abb.
Edition: editionArtInFlow
ISBN: 978-3-938457-05-4
31 Kb
... Das Herausreißen aus dem gewohnten Zusammenhang, die Unsicherheit neuer Konstellationen, der Reiz des Fremdartigen scheinen für Katrin Günther inzwischen wichtiger geworden zu sein als der logische, kontrollierte Ablauf realer Zusammenhänge. Architektur, das bisher Vertraute wird plötzlich rätselhaft. Gelegentlich tauchen kleine Figuren in den Bildern auf und betrachten scheinbar erstaunt eine merkwürdige Welt. Diese merkwürdige Welt kann sich in einer weiten Landschaft zeigen, aber auch in einem leeren Raum hinter einer Schaufensterscheibe. Die Bilder sind oft in ruhigen Grautönen gehalten, die gelegentlich aber zu einem dramatischen Hell-Dunkel werden können.
Wenn Farbe ins Spiel kommt, geschieht dies oft unter Verwendung von Komplementärkontrasten wie etwa rot-grün und blau-orange.
Katrin Günthers Bilder sind im eigentlichen Sinne keine traditionellen Landschaftsbilder. Dafür fehlt der einheitliche, harmonische Bildraum. Vielmehr sind es oft Bildräume, die in collagehafter Manier übereinander geschoben oder nebeneinander gesetzt werden. Das macht gerade ihr ambivalentes Verhältnis aus. Es gibt Raumeindrücke, die an manchen Stellen verstärkt werden und an anderen wieder in die Fläche zurückgeführt werden.
Dadurch entsteht ein eigener Reiz: die Fläche wird doppeldeutig. Bei all dem Ineinanderschachteln verschiedener Räume wahrt die Malerin den Überblick, so dass man als Betrachter immer den Eindruck gewinnt, dass das optische Gleichgewicht im Bild gegeben ist. Reale Seherlebnisse, Erinnerungsbilder der Künstlerin werden auf der Leinwand kombiniert mit Bildern und Teilstücken von Bildern, die man zu kennen glaubt.
Vielleicht gibt es so etwas wie ein kollektives Gedächtnis in Bezug auf Architektur und Landschaft, oder es sind die ganz privaten Assoziationen, die wir vor den Bildern von Katrin Günther haben, so dass wir gelegentlich an bekannte Bilder der Kunstgeschichte, aber auch an Zeitungsfotos, die nichts mit Kunst zu tun haben, erinnert werden.
Auf jeden Fall werden wir animiert, auf Entdeckungsreise zu gehen.
Lassen wir uns in die Bilderlandschaften hineinlocken, gehen wir durch die Räume, an deren Ende angekommen wir vor einer Wand stehen, wagen wir uns durch dunkle Enge, die wir nicht kennen und atmen wir auf, wenn wir wieder ans Licht kommen.
Die Entdeckung der Unsicherheit bringt mit Sicherheit - Erkenntnisgewinn.<br><br>

Professor Wilfried Gillmann 2006<br><br>
Günther, Katrin: günther. malerei und zeichnung, 
Berlin 2006,
mit einer Werkbesprechung von Professor Wilfried Gillmann
Katalog 2006, 
ISBN-13:978-3-9811040-1-1
38 Kb
WALDSTEINWASSERBAUEN<br><br>

Zum dritten Mal präsentiert das Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin während der Sommermonate aktuelle Kunst im Bezug zum Bauen, diesmal WALDSTEINWASSERBAUEN. Den Ausgangspunkt bildete eine Begegnung mit Katrin Günther am Rande der Ausstellung ARCHITEKTURBILDER, mit der wir im vergangenen Jahr einen Querschnitt unserer Sammlungen präsentiert haben. Wie viele andere Ausstellungsbesucher war Katrin Günther von einer zunächst unscheinbaren Arbeit besonders fasziniert: dem Entwurf zu einem Wehr bei Cottbus, der sich gleichermaßen in Darstellung wie Dargestelltem dem unmittelbaren Verständnis entzieht. Er gehört zu einer Gruppe von kleinformatigen Studienarbeiten aus den Fächern Ökonomie- und Wasserbau, die sehr wahrscheinlich an der Berliner Bauakademie in den ersten Jahrzehnten nach ihrer Gründung 1799 entstanden sind. Sie behandeln grundlegende, aus heutigem Blick archaische Themen [...]<br><br>
Katrin Günther hat sich nicht nur als Architektin, sondern auch als Künstlerin mit technischen Zeichnungen beschäftigt. Über ihr Projekt ERDUNG UND DICHTUNG sind wir 2010 ins Gespräch gekommen-Siebdrucke von Planungsskizzen, die nach ihrer Transformation in ein anderes Medium begannen, ein künstlerisches Eigenleben zu führen. Schon damals entstand die Idee, historische Ingenieurzeichnungen in einen Dialog mit Arbeiten von Katrin Günther treten zu lassen. Mit dem COTTBUSER WEHR konkretisierte sich diese Idee unerwartet, indem hier nicht nur die Darstellung, sondern auch Thema und Ort einen Bezug schufen. Katrin Günther stammt aus der Lausitz und hat sich während ihres Studiums und ihrer Jahre als künstlerische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Zeichnen und Malen an der BTU Cottbus die dortige Wasserlandschaft buchstäblich erlaufen. Flüsse und Seen, Moore und Bruchwälder bestimmen ihre Bilder von Landschaft, ebenso sehr wie deren Zerstörung im Tagebau und anschließender Renaturierung. Sie kehren in WALDSTEINWASSERBAUEN als großformatige Handzeichnungen wieder, nun zu weit über den Bildrand hinaus imaginierten synthetischen Welten geworden, deren Teile sich in allergrößter Präzision entfalten. Ihre Herrscherin ist Stille. Ihre Bäume rauschen nicht und kein Wasser plätschert [...]<br><br>

Nägelke, Hans-Dieter: waldsteinwasserbauen 
Berlin 2012, S.3-7, ISBN 978-3-7983-2449-7
55 Kb
Katrin Günthers Bildwelt entfaltet eine scheinbare Präzision, die an technische Zeichnungen ebenso denken lässt, wie an durchgefeilte architektonische Entwurfsblätter. Doch sind ihre Bildarchitekturen eher Übergangsgebilde, wo technoide Ansätze und der Status des genau abgezirkelten Striches im Nebenbei sich zu einer Anderwelt formen, die schon mal monströse Ausblühungen aufzeigen kann. In bestimmter Hinsicht erinnern mich ihre Architekturphantasmen an die gespenstischen oder skurrilen Blätter eines Alfred Kubin, der vor gut 100 Jahren mit seinen surrealen Visionen die Untergangsängste seiner Epoche zu bannen versuchte.
Aus der Linienstrenge und modellierenden Dinggenauigkeit erwächst passagenweise, manchmal unauffällig, manchmal absurd hervortretend, eine andere Dimension, die das Arbeitsfeld des weltbeglückenden Ingenieurs oder Architekten konterkariert. Denn was eben noch den Anschein des Utopischen trug, kippt im nächsten Moment ins Auswüchsige oder wie bei ihrem wandumspannenden Bild '? das zum Zwecke?' ins Aberwitzige.<br><br> 
Auszug aus der Eröffnungsrede vom 10. April 2011, Jörg Sperling, Kustos Sammlung Bildende Kunst
57 Kb
Ein gläserner Steg ragt über einen Abgrund in einer kargen Landschaft. Ocker, gelb und ein wenig schwefelig breiten sich geometrisch strukturierte Flächen in dem Bild von Katrin Günther aus. Das große Tableau füllt eine Wandfläche im Treppenhaus  des Brandenburger Landtages in Potsdam. [...] Nahtlos fügt sich das Bild in die architektonische Struktur des Parlamentsgebäudes ein. Die glückliche Korrespondenz zwischen künstlerischer Raumutopie und real gebautem Raum ist vermutlich kein Zufall. Schließlich hat die Künstlerin ein Architektur-Studium absolviert, bevor sie sich der freien Kunst zuwandte. Die Faszination für Bilderwelten, die zwischen Visionen möglicher Räume und freien Gedankenspielen mit Quadern, Kugeln, Aufzügen und anderen Architekturfragmenten changieren, ist ihr geblieben.
-Kollektion Tagebau- nennt Günther eine Reihe von Bildern, zu denen sie sich von der Lausitz mit ihren Abraumhalden und tief in die Erde eingeschnittenen Förderstollen hat inspirieren lassen. [...] Wie der Mensch sich in die Erde eingräbt, ihr seinen Formwillen aufzwingt und sich ihre Schätze zu Nutzen macht, ist eine der Inspirationen der Malerin Katrin Günther. Aber bar jeder Romantik prägt die weiten Flächen der raffiniert  verschachtelten Panoramen auch eine tiefe Melancholie. [...] Die Begeisterung ist verständlich, denn die klar gezeichneten Perspektiven und  die systematisch gestaffelten geometrischen Elemente entfalten eine Sogwirkung, der sich der Betrachter schwer entziehen kann. Katrin Günther erzählt keine Geschichten. Aber im Kopf des Betrachters spult sich unweigerlich der Film zum Bild ab, der imaginiert, wie es zu der menschenleeren Utopie gekommen sein mag.<br><br>

Rabensaat, Richard: Potsdamer Neuste Nachrichten, -Menschenleere Räume-, 
Potsdam 01.02.2010, Seite 24
65 Kb
Was der Besucher sieht, sind großformatige Körper-Raum-Konstruktionen mit einer
ungewöhnlich optischen Sogwirkung auf der Bildfläche. [...] Geometrie beherrscht die Bildgegenstände. Die reale Welt wird zum Bühnenbild, der Mensch, so er auftaucht, verliert sich zwergenhaft im übermächtigen Raum. Er bunkert sich in kastenförmigen, voneinander isolierten Gehäusen. Er ist ausgeliefert der Zerstörung, die er selbst angerichtet hat. Arbeiten mit Tagebaumotiven sind meist Bilder, in denen das Unterste zu oberst gewühlt wurde, das aber dennoch Natur bleibt und damit die Hoffnung einer Renaturierung in sich trägt.  Bei Katrin Günther gibt es keine Hoffnung auf die Kräfte der Natur. Die Welt ist tot und nur noch ein geometrisches Gebilde. Das aber wird mit höchster Kunstfertigkeit und kühler Ästhetik erfasst. Ihre Arbeit 'Landschaftsstau' schiebt die Realitätsfragmente zu einem unheimlich grandiosen Kunstgebilde, das nun als Bildlandschaft funktioniert. Es sind von der Realität inspirierte, in der künstlerischen Umsetzung jedoch inszenierte Landschaften. Manchmal entsteht der Eindruck, sie seinen nach Modellen aus Architekturübungen gemalt wie etwa 'Traumhaus Pritzen'.  Überhaupt die Häuser ! Sie drohen abzurutschen, sie fliegen ? vom Tagebau zerstörte Dörfer , die in den Himmel fliegen. 
Doch letztlich kommt die Flut - eine exquisite Naturstudie, die nicht nur die Realität, sondern
auch die Bildwirklichkeit wegspült.<br><br> 

Neumann, Arno Dr.: Märkische Allgemeine, Potsdamer Stadtkurier,
'Landschaftsstau', Potsdam 24.02.2010, S.18
65 Kb
ACHTUNG GRUBE setzt Achtungszeichen<br><br>

Im ersten Moment meint man vor Auftragsarbeiten für das Haus _ was ein Irrtum ist _ zu stehen, so perfekt fügen sie sich in den weiten Raum ein. Es sind Zeichnungen, ungewöhnlich in ihren über einen Meter hohen und bis zu drei Metern breiten Formaten, ausgeführt mit Bleistift, Kohle oder Tusche. Aus der Ferne scheint das alles wie ein kunstvolles Geflecht grafischer Strukturen. Aus der Nähe betrachtet offenbaren sich jedoch Landschaften, in die der Betrachter zu versinken droht. <br><br>
Achtung. Grube! _Ankerplatz_ ist die erste Arbeit im Foyer betitelt. Eine rettungslos geborstene Landschaft beherrscht den Bildraum. Wasser füllt die Abgründe. Mauern mit technischem Reguliergerät halten es in Schach. Gefährlich schmale Steige versuchen, die Erdinseln zu verbinden, auf denen abgestorbene Bäume an gewesene Natur erinnern und die Situation nur noch trostloser machen. In tiefer aufgebrochener Felswand klemmt ein Kahn. Ein Ankerplatz ? gibt es den überhaupt in dieser irreal realen Welt? <br><br>
Die Situation wird nicht mit expressiven bildnerischen Mitteln hochgepeitscht. Sie wird in einer geradezu brillianten Zeichnung realisiert. Man sehe sich nur einmal die rechte Bildseite an, wie mit Zeichenkohle im Hell-Dunkel der Schraffuren eine Felswand gebaut wird! Wer wird da nicht an die Zeichenkunst deutscher Romantiker erinnert. Tatsächlich steckt in allen Arbeiten eine eigenwillige Romantik. . . . Das Fantastische, dass aus Versatzstücken des Realen geschaffen wird, macht Katrin Günthers Arbeiten so hintergründig. Es sind eigentlich alles Landschaftsbilder in einem untrennbar gewordenen und so unbeherrschbaren Konflikt von Natur und Technik. Stolze Technik beginnt zu wuchern _ eine neue Natur? <br><br>
Es ist ein Wunderland, das seine Katastrophen in sich birgt. . . .<br><br>

Neumann, Arno: Lausitzer Rundschau, Achtung Grube setzt Achtungszeichen, 
Cottbus 16.11.2012
58 Kb
Altdorfer und Piranesi auf der Grossbaustelle

Das ist wirklich kaum zu fassen: Ein undurchdringliches Gewirr von Stangen, Röhren und Platten breitet sich vor uns aus und öffnet sich in eine schier unendliche Weite, vor der uns schwindelt. Schrägen reissen unseren Blick jäh in die Höhe, in der auf leichtem Gestänge windschiefe Hütten balancieren. Weder die räumliche Ausdehnung noch der Reichtum an Details sind in Katrin Günthers monumentaler Zeichnung Zum Boden am See von 2015 zu fassen. (...) Den ausgreifenden Schwung der phantastischen Konstruktionen sieht man nur aus einer grösseren Distanz; die Details hingegen nur aus der Nähe, wodurch sich der Blick im Formengewirr verliert und der Zug in die Raumtiefe umso dramatischer wird. Denn erst durch den Blick auf das Detail kann man die Grössenverhältnisse und damit die Erhabenheit der wilden Konstruktionen erkennen. So erklärt sich das Unbehagen mancher Betrachterinnen und Betrachter vor Günthers Zeichnungen. Denn sie werden plötzlich der unermesslichen Tiefe gewahr, in welche der Blick abstürzt oder der schieren Masse, die wie ein Damoklesschwert über ihnen hängt und angesichts der dynamischen Schwünge auf sie hinabzustürzen droht. Diese Merkmale, die konkurrenzierenden Sichtweisen oder den Eindruck von Gefährung und Erhabenheit, haben Günthers jüngste Werke mit Giovanni Battista Piranesis Carceri von 1745-50 gemein. (...) Ihre jüngsten Werke sind Bilder einer globalisierten, immer komplexer erscheinenden Welt mit ungeplant und unplanbar wuchernden Mega-Cities, deren Entwicklung bedrohlich und dynamisch zugleich wirkt.

Heinz Stahlhut

Kunstmsueum Luzern 2016
Altdorfer und Piranesi auf der Grossbaustelle<br><br>

Das ist wirklich kaum zu fassen: Ein undurchdringliches Gewirr von Stangen, Röhren und Platten breitet sich vor uns aus und öffnet sich in eine schier unendliche Weite, vor der uns schwindelt. Schrägen reissen unseren Blick jäh in die Höhe, in der auf leichtem Gestänge windschiefe Hütten balancieren. Weder die räumliche Ausdehnung noch der Reichtum an Details sind in Katrin Günthers monumentaler Zeichnung Zum Boden am See von 2015 zu fassen. (...)
Den ausgreifenden Schwung der phantastischen Konstruktionen sieht man nur aus einer grösseren Distanz; die Details hingegen nur aus der Nähe, wodurch sich der Blick im Formengewirr verliert und der Zug in die Raumtiefe umso dramatischer wird. Denn erst durch den Blick auf das Detail kann man die Grössenverhältnisse und damit die Erhabenheit der wilden Konstruktionen erkennen. So erklärt sich das Unbehagen mancher Betrachterinnen und Betrachter vor Günthers Zeichnungen. Denn sie werden plötzlich der unermesslichen Tiefe gewahr, in welche der Blick abstürzt oder der schieren Masse, die wie ein Damoklesschwert über ihnen hängt und angesichts der dynamischen Schwünge auf sie hinabzustürzen droht. Diese Merkmale, die konkurrenzierenden Sichtweisen oder den Eindruck von Gefährung und Erhabenheit, haben Günthers jüngste Werke mit Giovanni Battista Piranesis Carceri von 1745-50 gemein. 
(...) Ihre jüngsten Werke sind Bilder einer globalisierten, immer komplexer erscheinenden Welt mit ungeplant und unplanbar wuchernden Mega-Cities, deren Entwicklung bedrohlich und dynamisch zugleich wirkt. <br><br>

Heinz Stahlhut 
<br><br>Kunstmsueum Luzern 2016